21. Juli 2011 von traumreich
Semesterende ist was Seltsames. Das ist nicht wie Schuljahresende, wo alle zusammen mit den Zeugnissen in der Hand aus dem Schulhaus stürmen und sechs Wochen Freiheit vor sich haben. Semesterabschluss ist eine zerfledderte Ansammlung von letzten Stunden, Abschlussklausuren Wochen vor und nach dem tatsächlichen offiziellen Ende und Tschüss-Sagen zu den Leuten, die man vielleicht nie wieder sieht, weil man nur zufällig für ein Semester im gleichen Seminar gelandet ist.
Manche Kommilitonen haben schon vor einer Woche “Juchhu Ferien!” in Facebook gepostet, damit sich der Rest der Welt noch schlechter fühlt. Und andere fangen grad erst damit an, auf ihre Abschlussklausuren zu lernen.
Feriengefühl kommt da irgendwie nicht so richtig auf. Auch und vor allem dann, wenn man weiß, dass die Semesterferien dem, was wir in der Schulzeit mal als Ferien kannten, irgendwie nicht so wirklich ähneln. Wir werden trotzdem für die Uni lernen, Hausarbeiten schreiben, mit Dozenten auf Exkursion gehen. War es nicht immer das schönste an den Ferien, dass man 6 Wochen lang keinen einzigen Lehrer sehen musste? Jetzt kloppt man sich um Plätze in den Feriensprechstunden (die dann doch wieder per Mail nachts um Drei abgesagt werden), um auch ja früh genug (und früher als alle anderen) irgendeine Arbeit besprechen zu können, die man dann doch erst wieder 3 Tage vor dem Abgabetermin so wirklich richtig anfängt.
Klingt alles irgendwie deprimierend. Ist es auch. Und trotzdem auch spannend und schön und etwas ganz Besonderes.